Feuerwehr
50 Jahre Freiwillige Feuerwehr MinstedtVorwortDas 50-jährige Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Minstedt am 4. Januar 2000 soll Anlass sein, eine Festschrift über die geschichtliche Entwicklung der Ortswehr Minstedt herauszugeben. Wunsch eines jeden, der die Aufgabe übernimmt, eine solche Festschrift zu schreiben ist, dass bei den benötigten Informationen aus Akten und Protokollen aus dem Vollen geschöpft werden kann. Hier musste man feststellen, dass kaum Protokolle oder Schriftstücke bis 1974 vorhanden waren. Um trotzdem die geschichtliche Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr Minstedt darzustellen, musste somit ein anderer Weg beschritten werden. Wir haben mit unseren älteren Kameraden unzählige Gespräche geführt, um zu erfahren, wie es "damals" sich zu getragen hat. An dieser Stelle möchten wir allen älteren Kameraden danken, denn ohne Ihr Gedächtnis wäre die Herstellung einer Festschrift nicht möglich gewesen. Die Festschrift hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit, aber es gibt einiges Wichtiges und Interessantes aus der "guten alten Zeit" wieder. Danken möchten wir der Bremervörde Zeitung, die uns Bilder zur Verfügung gestellt hat. Besonders danken möchten wir den Angestellten des Kreisarchivs in Bremervörde, in Person von Herrn Stolper, Herrn Korzen und Frau Kudick. Sie haben nach Akten über die FW Minstedt gesucht und einiges an Material ausfindig gemacht, das auch Grundlage dieser Festschrift ist. Minstedt, im Mai 2001 Am Anfang war die PflichtfeuerwehrWie viele Feuerwehren in unserem Gebiet, so hat es auch in Minstedt eine Pflichtfeuerwehr gegeben. Wann sie gegründet wurde, ist nicht belegbar. Die älteren Kameraden meinen, dass die Gründung kurz nach der Jahrhundertwende war. Die Ausrüstung war eher dürftig und bestand am Anfang aus Löscheimer, Feuerhaken, Feuerpatschen und Leitern. So waren die Anfänge davon geprägt, gemeinsam mit Nachbarn gegen das Feuer zu kämpfen. So war es in dieser Zeit Gang und Gäbe, dass Löscheimer (aus Leder), Feuerhaken und Leiter außen unterhalb der Traufe bei den alten Niedersäschieschen Fachwerkhäusern angebracht werden musste. So konnte schnell auf dieses Gerät zu gegriffen werden. Die Alarmierung erfolgte mittels eines Feuerhornes. Ein Mitglied der Feuerwehr musste bei einer Alarmierung mit dem Feuerhorn durch die Ortschaft fahren, um so jeden Kameraden zu alarmieren. Die Pflichtfeuerwehr Minstedt hat Anfang bis Mitte der zwanziger Jahre eine Handdruckspritze erhalten. Sie trug die Jahreszahl "1921". Die Abbildung zeigt eine Handdruckspritze. In Minstedt dürfte eine ähnliche in Betrieb gewesen sein.
Ein Dokument des Kreisarchivs zeigt die technische Ausrüstung der Pflichtfeuerwehr aus dem Jahr 1927. So steht eine fahrbare Handspritze, 16 Wasserfässer, davon 3 fahrbare usw. der Pflichtfeuerwehr für die Brandbe-kämpfung zur Verfügung. Die Gemeindevorsteher mussten sogar kontrollieren, ob Löscheimer die Hausnummer eines jeden Hauses oder Hofes trägt. ![]() ![]() ![]() Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurden die Feuerwehren einen großen Umbruch unterzogen: Der "Deutsche Gruß" wurde auch für die Feuerwehren eingeführt. Die Grußpflicht in der Feuerwehr ist in einem Runderlass vom 8. August 1933 festgeschrieben worden. Aus der einstigen freien "Bürgerinitiative" und der Gemeindeeinrichtung wurde eine streng geführte Truppe. Daraus folgernd wurde in den Feuerwehren das "Führerprinzip" eingeführt. [....mehr dazu lesen Sie in der gedruckten Version der Festschrift] Die GründungAm 4. Januar 1950 war es dann soweit, dass sich viele Männer der Ortschaft fanden, um eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Die Gründungsversammlung fand in der Gastätte von Thees Heinz statt. In der heutigen Versammlung meldeten sich folgende Personen zum Beitritt zur Freiwilligen Feuerwehr
[....mehr dazu lesen Sie in der gedruckten Version der Festschrift] Geschichtlicher Überblick von 1950 bis 19801956 In der alten Schule entstand eines der ersten Kalthäuser im Landkreis. 1957 Die FFW Minstedt erhält in der alten Schule eine Box zur Unterbringung der Gerätschaften. 1958 1958 wurde mit dem Bau von Bohrbrunnen begonnen. Leider ist kein Brunnen gebaut worden, da der Wasserspiegel zu tief ist. 1959 Der Bürgermeister Cl. Burfeind veranlasste dann den Bau von zwei Zisternen (bei Joh. Ropers und H. Steidinger). Diese haben ein Fassungsvermögen von 40 cbm, einen Durchmesser von 5 Meter und sind 2 Meter tief. Gemauert aus runden Zementsteinen. Beide Zisternen kosteten rund 7500 DM. 1960 Großes Unterkreis-Feuerwehrfest in Minstedt am 24. Juli 1960, mit Wettkämpfe im Ostetal (Beginn 14 Uhr). Abends Tanz im großen Saal. 1961 In diesem Jahr erhält Minstedt die zentrale Wasserversorgung, allerdings nur dann, wenn mindestens 10 Haushalte anschließen. Gleichzeitig werden Hydranten für die Löschwasserversorgung mit gebaut. Der Oberflurhydrant gegenüber der Schule (Bevener Straße) wird ein Jahr später gebaut. 1962 Protokoll der FFW Minstedt, geschrieben von H. Brandt - Orts-BM [... im Original befindt sich an dieser Stelle die Fotokopie eines Protokolls, das leider im Internet derzeit nicht angeboten werden kann] 1964 In diesem Jahr wird auf dem Haus des Ortsbrandmeister Hinrich Brandt ein Feuermelder (Sirene) installiert. Ab diesem Jahr wird sie zur Alarmierung der Feuerwehr eingesetzt und löst Johann Imbusch als Feuermelder mit seinem Feuerhorn ab. 1970 In diesem Jahr (24. Juli) fand das Unterkreistreffen in Minstedt statt. Die Wettkämpfe der 13 Gruppen fanden in der Ostewiese von Lütje Hinck statt. Die schnellsten Wehren an diesem Tag waren Granstedt, Lavenstedt und Ober Ochtenhausen. Der anwesende Kreisbrandmeister Arthur Theile (Bremervörde) und der Unterkreisbrandmeister Adolf Köster dankten dem Ortsbrandmeister Hinrich Brandt für seine über 25 jährigen Verdienste im Feuerlöschwesen. Gleichzeitig wurde der neue Ortsbrandmeister Klaus Ropers in sein Amt eingeführt. Die Glückwünsche der Gemeinde und des Kreises überbrachte der stellv. Bürgermeister Hans Angelus Burfeind. Der Abschluss bildete eine Tanzveranstaltung in der Scheune von Johann Schnakenberg. 1974 Schlauchwagen wurde instandgesetzt und dem TÜV vorgeführt. Gerätewart wurde gewählt - Aufgabe übernimmt Johann Imbusch wahr. Die Gemeindereform führt zu großen Änderungen bei den Feuerwehren und der Entstehung der Stadtfeuerwehr Bremervörde mit insgesamt 11 Ortswehren. Erster Stadtbrandmeister wurde Wolfgang Naubert. 1975 Klaus Ropers wurde auf der Jahreshauptversammlung als Orts-BM bestätigt. Stellvertreter wurde Johann Imbusch, Gruppenführer 1 J. Imbusch, Gruppenführer 2 Hermann Steffens, Wiederwahl von Kassenwart Johann Schröder, Schriftwart wurde Ernst Rohdenburg 1976 Jubiläumsfeier anlässlich des 25 jährigen Bestehens der Freiw. Feuerwehr Minstedt am 24. April. Es wurde zum Tanz in das Dorfgemeinschaftshaus geladen. Bürgermeister Reitmann überbringt die Glückwünsche der Stadt Bremervörde. 1977 Mitgliederstand am 1. Januar 1977 - 23 Aktive. Am 10. Juli wurde wieder ein Kinderfest aus den Erlösen des traditionellen Osterfeuers veranstaltet. Diesmal war die Firma "Windhorst" (Bobi Meyer) nach Minstedt gekommen, um den Jugendlichen und Kindern den Umgang mit Handfeuerlöschern zu unterweisen. Es waren über 30 Kinder und Jugendliche begeistert dabei. Nachtübung am 27. September mit den Wehren aus Bremervörde, Spreckens, Bevern, Hesedorf, Elm und Minstedt. Einsatzleitung hat Orts-BM Klaus Ropers. 1978 Gruppenführer Johann Steffens übernimmt die Betreuung der Jugendlichen (10 - 16 Jahre). Ein Bild (zu sehen in der gedruckten Version) zeigt Johann Steffens mit der "jungen" Gruppe. Von links Kl. Thomforde, R. Wilshusen, F. Lochter, GF J. Steffens, H. Poppe, J. Ropers, H. Dittmer, W. Steffens Stadtfeuerwehrfest in Minstedt am 8. Juli TS - Gruppen: 1. Iselersheim 1 Zeit 64,5 sec 2. Mehedorf 1 65,5 sec 3. Hesedorf 2 69,2 sec 4. Minstedt 1 71,5 sec 5. Minstedt 2 73,8 sec Die Wettkämpfe wurden in der Wiese von Rudolf Dittmer ausgetragen. Abends wurde getanzt im Zelt neben dem Dorfgemeinschaftshaus. 1979 Auf der Jahreshauptversammlung sollte ein Jugendwart gewählt werden. H. A. Witten stellte sich nicht der Wahl. Johann Steffens erklärte sich darauf hin bereit, die Aufgabe zu übernehmen. Ullrich Weichert und Wilhelm Hastedt lackierten die Oberflurhydranten neu. 1980 Mitgliederstand am 1. Januar 1980 - 32 Aktive, Anfang des Jahres wird die Ortswehr mit Sprechfunkanlage ausgerüstet, 1. Mai Übung auf dem Gelände mit anschließender Besichtigung des Wasserwerks Minstedt. [....mehr dazu lesen Sie in der gedruckten Version der Festschrift] Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr seit 1950[... Dieser Abschnitt zeigt nur einen Beiträge aus der Festschrift. Wollen Sie mehr wissen? - Dann holen Sie sich die gedruckte Version dieser Festschrift!] Großfeuer am 1. Februar 1956 Dieser Brandeinsatz hat bei den beteiligten Feuerwehrkameraden bleibende Erinnerung hinterlassen, weil es etwas ganz besonderes war. Hierzu einige Fakten und Wissenswertes. Kurz nach 16 Uhr brach das Feuer auf dem landwirtschaftlichen Betrieb von Johann Schnakenberg aus. Bei Ausbruch des Feuers herschten Temperaturen von Minus 20 Grad Celsius. Nachts fiel die Temperatur bis auf Minus 28 Grad Celsius. Daraus entstanden den ldw. Betriebe viele Probleme, denn die Tiere konnten nicht mit Wasser getränkt werden. So enstand das Feuer beim Auftauen der Wasserleitung mit Hilfe eines Gluteimers. Heu und Stroh lagerten auf dem Boden, die durch ein brennendes Spinngewebe entzündet wurden. Kurze Zeit später begann das aus reetgefertigte Dach an zu brennen. Sehr schnell waren die Kameraden der Feuerwehr zur Stelle. Es wurden sofort die Wehren aus Sandbostel, Ober Ochtenhausen, Bevern und Bremervörde mit alarmiert. Das technische Gerät mit TS und Schläuchen wurde mit einen Milchwagen zur Osteniederung gebracht. Die Tragkraftspritze wurde auf den Kufen ca. 150 Meter über die Eisfläche geschoben. Dort musste ein Loch in die 20 cm starke Eisschicht geschlagen. Der Gruppenführer D. Wienberg war zusammen mit einigen Landfrauen an der Einsatzstelle eingetroffen. Die mitgebrachten heißen Teekessel wurden während des Ansaugens auf das Pumpengehäuse gegossen, um so ein Einfrieren zu verhindern. Die mittlerweile eingetroffen Wehren aus Bevern, Sandbostel und Ober Ochtenhausen wollten auch mit der Wasserförderung beginnen, ignorierten die Aussagen des Gruppenführers Diedrich Wienberg, so dass ihre Pumpen einfroren. Die Kameraden erzählten, dass die TS über die gesamte Zeit bis 23 Uhr nachts bei Vollgas lief. Benzin musste fortlaufend heran geholt werden. Nach einiger Zeit bereitete die Abwärme der TS dem Maschinisten Jakob Burfeindt große Probleme. Das Eis begann zu schmelzen. Der glühende Auspuff, von der Brandstelle zu erkennen, glühte hellrot. Die TS begann in die Eisschicht einzusinken, und so mussten Holzbalken das Gewicht der TS abfangen. An der Brandstelle waren große Mengen an Stroh und Heu für die Tiere bevorratet. Es trat eine enorme Wärmestrahlung auf, die eine große Tanne an der Scheune zum Brennen brachte. Fortan bestand für den benachbarten Betrieb von Johann Schröder (heute Jan Burfeind) große Gefahr eines Brandübergriffs. Das über Bevern kommende Tanklöschfahrzeug der FFW Bremervörde kam gerade noch rechtzeitig, um die Tanne abzulöschen, sonst wäre es zu einer Katastrophe gekommen. ![]() Hier ein Bild aus einer sehr alten Zeitung... Am nächsten Tag wurde die letzten Glutnester abgelöst, und dies war gleichzeitig der letzte Einsatz mit der Handdruckspritze. Der Landwirt Johann Schnakenberg wurde wegen fahrlässigen Verhaltens zu 6 Wochen Gefängnis, die für zwei Jahre auf Bewährung ausgesetzt waren, verurteilt. Einige Zeit danach wurde dieFreiwillige Feuerwehr Minstedt mit neuen Jacken ausgerüstet. [....mehr dazu lesen Sie in der gedruckten Version der Festschrift] |




